Künischer Grenzweg auf den Osser | Wanderweg La1 im Lamer Winkel | Wandern im Bayerischen Wald
Künischer Grenzweg auf den Osser
Naturbegeisterte Wanderer kommen auf der 12 km langen Rundwanderung im Naturpark Oberer Bayerischer Wald voll und ganz auf ihre Kosten. Neben der welligen und teils felsigen Waldlandschaft rund um Lam, ist der Ausblick vom Osser das Highlight der Wanderung.
Wanderung im Lamer Winkel
Wir haben uns die Wanderung an einem Tag mit eher durchwachsener Witterung vorgenommen. Obwohl die Prognose ein paar schöne Sonnenstunden vorhergesehen hatte mussten wir anfangs eher mit vielen Wolken und Nebel rechnen. Aber, so viel sei gesagt, wir durften uns schlussendlich auch noch über ein sonniges Happy End freuen.
Start am Wanderparkplatz Sattel
Grundsätzlich startet der Künische Grenzweg an der Touristinformation in Lam. Da es sich um einen Rundweg handelt kann der Einstieg in die Wanderung auch überall entlang der Strecke erfolgen. Ebenso ist die Richtung der Wanderung eher nebensächlich. Wir haben uns den Wanderparkplatz unterhalb des Ossers als Ausgangspunkt auserkoren. Vom Wanderparkplatz Sattel sind es auf direktem Weg rund 2,2 km bis hinauf zum Osser Gipfel. Gleich zu Beginn geht es auf einem breiten Wanderweg relativ steil bergauf.
Über die Osserwiese zum Kleinen Osser
Wenige Meter nach einem kleinen Unterstand zweigt nach rechts der Weg zum Kleinen Osser, über die Osserwiese ab. Aufgrund der eher schlechten Witterung hatten wir uns entschieden, zunächst den direkten Weg hinauf zum Osser zu nehmen und abends bei gutem Wetter noch einmal herauf zur Osserwiese zu kommen. Einige der Bilder sind also am Abend entstanden. Der deutlich schönere Weg führt über die Osserwiese und am Fuße des Kleinen Osser vorbei. Er trifft bei der Künischen Kapelle wieder auf den Hauptwanderweg. Die Osserwiese wurde bis in die 50er Jahre als natürliche Weidefläche genutzt. Heute unterliegt sie einem besonderen Schutz und ist wegen der tollen Aussicht ein beliebtes Ziel bei Wanderern.
Der Kleine Osser
An der Osserwiese
Am Osser
Eine überdachte Sitzgruppe vor der Künischen Kapelle eignet sich perfekt für eine kurze Rast, bevor es auf einem steilen Pfad, die letzten Meter hinauf zum Gipfel geht. Mit einer Höhe von 1.293 m gehört der Osser zu den höheren Gipfeln des Bayerischen Walds. Deutlich bekannter ist er jedoch wegen seines markanten, felsigen Gipfelaufbaus. Die Grenze von Bayern und Böhmen verläuft direkt über den Gipfel. Unmittelbar unterhalb des Gipfels befindet sich das bewirtschaftete Osserschutzhaus. Während der Gipfel am Mittag noch voll im Nebel lag, hatten wir abends Glück und wurden mit einer herrlichen Weitsicht belohnt. Hoher Bogen, Arber und Kaitersberg wirken zum Greifen nah.
Am Osserschutzhaus
Osser Gipfelkreuz (links) mittags im Nebel
Großer Arber im Abendlicht
Rast an der Künischen Kapelle
Von den Künischen Freibauern
Unweigerlich stellt sich während der Wanderung die Frage, was es mit dem Begriff „künischen“ eigentlich auf sich hat. Im 12. Jahrhundert wurden Bauern ins Land gerufen, die die Wälder urbar machen und die Grenze bewachen sollten. Wegen dieser mühevollen Dienste wurden ihnen besondere Privilegien eingeräumt. So waren sie etwas nur dem König/Kaiser untertänig. Der Begriff leitet sich also von „königlich“ ab. Der Grenzkamm um den Osser befindet sich im sog. Künischen Gebirge.
Im Hintergrund der Kleine Osser
Abstieg nach Lam
Die ersten 1,3 km vom Osser bergab in Richtung Lam sind etwas steiler. Über einen felsigen Pfad führt die Wanderung wieder talwärts. Weitestgehend führt der Weg durch dichten und urtümlichen Wald. Oberhalb der Ortsteile Buchet und Himmelreich lichtet sich der Wald und gibt den Blick auf die Orte des Lamer Winkels frei. In Himmelreich biegen wir nach links ab und folgen der Straße bis zur Touristinformation in Lam. An diesem Punkt liegen bereits 2/3 der Wanderung hinter uns und die Gasthäuser rund um den Markplatz von Lam laden zu einer ausgiebigen Rast ein.
Über Maria Hilf zum Sattel
Wer die Wanderung in Lam gestartet hat, hat das Tourenziel bereits erreicht. Für uns führt das letzte Wegdrittel nun wieder hinauf in Richtung Osser. Der Weg folgt ein Stück der Straße nach Lambach und zweigt dann nach rechts ab. Bis hinauf zum Bergkircherl "Maria Hilf" gilt es einige Höhenmeter zu absolvieren. Nach wenigen Metern auf einer Forststraße zweigt der Wanderweg zum „Sattel“ nach rechts ab. Über einen abermals idyllischen Waldpfad haben wir die letzten Meter bis zum Wanderparkplatz zurückgelegt.
Blick zum Hohenbogen
Bergkircherl "Maria Hilf"
Ausflugstipp: Abend am Osser
Kaum zurück am Auto hat sich das schlechte Wetter verzogen und wir haben kurzerhand entschlossen noch einmal hinauf zum Gipfel zu marschieren. Neben ein paar wenigen Gleichgesinnten waren wir fast alleine am Osser. Wir konnten den schönen Wandertag mit traumhafter Aussicht am Gipfel genießen und haben einmal mehr gemerkt, dass die abwechslungsreiche Waldlandschaft im Lamer Winkel bei jeder Witterung ihre Besonderheiten zu bieten hat.